Eine Genossenschaft verändert sich.

115 Jahre ist es her, dass unsere Genossenschaft am österreichischen Wohnungsmarkt tätig wurde. Seither hat sich viel getan. ­­­

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Porträt Josef Grüll

Was als solidarische Selbsthilfe begonnen hat, entwickelte sich über Jahrzehnte hindurch zu einer tragenden Säule im Wohnbau: Baugenossenschaften haben das Wohnen in Österreich erheblich mitgestaltet. Allen voran auch die BWS-Gruppe.

Als unsere Genossenschaft im Jahr 1911 gegründet wurde, war Wohnraum knapp und teuer. Immer mehr Menschen fanden aufgrund der Industrialisierung Arbeit in den Städten zu prekären Wohnraumbedingungen – oder auch gar keinen Wohnraum. Am Werk waren private Bauherren, welche mit ihren Arbeiterwohnungen schlechte Wohnqualität zu horrenden Preisen anboten. Vom Staat wurde schließlich ein Wohnungsfürsorgefonds mit rund 25 Millionen Kronen (heute rund 182 Millionen Euro) für die Errichtung von Kleinwohnungen zur Verfügung gestellt.

Die Gründung

Die Gründung der Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft BWS erfolgte am 27.11.1911 durch den Südbahn-Gewerkschafter Josef Grüll und den Generaldirektor der Südbahn, Dr. August Weeber. Daraus lässt sich die gemeinsame, weit zurückreichende Historie erklären, die uns auch heute noch mit den ÖBB verbindet. Das Ziel war, einen leistbaren und qualitativ hochwertigen Wohnraum für möglichst viele Arbeiter der ÖBB zu schaffen.

Die ersten Wohnungen wurden dann 1914 bezogen; und zwar im fünften Wiener Gemeindebezirk am Margaretengürtel, in der Gassergasse sowie in der Beethovengasse in Mödling.

Die ersten Wohnhäuser

Danach folgten Objekte in Wien Meidling, Kapfenberg und je zwei Häuser in Marburg und Innsbruck. Es wurde immer dort gebaut, wo der Wohnbedarf am größten und die Mitgliederzahl am höchsten war. So konnten Kleinwohnungen für den bedürftigen Teil der Genossenschaftsmitglieder geschaffen werden. Die Wohnverhältnisse für die Bewohner:innen waren weitaus besser als in den Zinskasernen: So hatten die Genossenschaftsbewohner:innen Schutz vor willkürlichen Kündigungen und Mieterhöhungen und profitierten obendrein von verbesserten Hygiene- und Ausstattungsstandards.

Keine Bautätigkeit

Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs wurden die genossenschaftlichen Aktivitäten gestoppt. Das blieb eine Zeit lang auch so. Selbst in den 1930er-Jahren ließen die staatliche Wohnpolitik, Arbeitslosigkeit, Geldentwertung und Verarmung keine nennenswerte genossenschaftliche Bautätigkeit zu. Der Zweite Weltkrieg hinterließ mit rund 160 zerbombten Wohnungen auch bei unserer Genossenschaft Spuren.

Aufschwung

Dann kam die Nachkriegszeit: Ein Wohnhauswiederaufbaufonds sorgte dafür, dass neue Genossenschaften gegründet und bestehende revitalisiert werden konnten. In den darauffolgenden Jahren ging es nicht mehr nur um die Errichtung von Wohnungen, sondern auch um das "Drumherum": Grünräumen und Infrastruktur wurde zunehmend mehr Bedeutung beigemessen.

Eine Veränderung war auch innerhalb der Wohnungen zu bemerken: Die Anzahl an Quadratmetern, die pro Person zum Wohnen empfohlen wurde, stieg. Anfang der 1970er-Jahre sollte die durchschnittliche Wohnnutzfläche pro Person bei knapp 23 Quadratmetern liegen. Zwischenzeitlich stieg dieser Richtwert auf rund 30 Quadratmeter, um sich heute wieder in etwa auf rund 25 Quadratmeter einzupendeln.

Was heute eine Rolle spielt

Damit einhergehend hatte dies auch einen Einfluss auf die Wohnungsgröße von Neubauten. Nicht nur besser, sondern auch größer wohnen, lautete die Devise: Bei den Wiener Bauten der BWS-Gruppe hat sich die durchschnittliche Wohnungsgröße seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts von 55 m² auf 85 m² erhöht. Parallel dazu wurde aber auch der Bedarf an kleineren Wohnungen größer.

Mittlerweile ist die traditionelle Familie nur mehr eine von vielen Wohnformen, was sich auch auf die durchschnittliche Größe der Wohnungen auswirkt – aktuell liegt der Durchschnitt der geförderten Mietwohnungen der Projekte Bella Vista (1030 Wien) und Rote Emma (1220 Wien) bei 65 m².

Neben demografischen Entwicklungen spielt auch die Bauweise eine Rolle: Klimafreundlichkeit, Nachverdichtung und Sanierung werden wichtiger. Darüber hinaus sollen Wohnräume auch eine gewisse Flexibilität zulassen – zum Beispiel Räume, die sich mit Schiebewänden verändern lassen. Spätestens seit der Pandemie weiß man Derartiges zu schätzen.

Aber auch eine E-Ladestation und Photovoltaikanlagen gehören bei den Neubauten heutzutage bereits zur Grundausstattung. Das und die generelle Teuerung treiben Errichtungs-, Wohn- und Lebenskosten in die Höhe. Bei steigenden Ansprüchen können sich doch immer weniger Menschen die damit verbundenen Ausgaben leisten. Auf derartige Veränderungen zu reagieren, ist nicht leicht und es bedarf eines Zusammenspiels mehrerer Akteure. Diesem Anspruch versucht die BWSG gerecht zu werden – die Prämisse lautet auch heute noch, leistbaren und qualitativ hochwertigen Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen zu schaffen.

Autorin: Mag. Vera Bauer

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Eine Naturkosmetik-Koryphäe über Zellen im Wandel

Happy together: Frau Tschida, danke, dass Sie sich Zeit für ein Interview für uns nehmen. Sie sind bekannt aus Funk und Fernsehen und seit mehr als vier Jahrzehnten als Kosmetikerin erfolgreich; haben auch selbst bereits über 33 Lehrlinge ausgebildet. Wie verändert sich unsere Haut im Laufe des Lebens? Christa Tschida: Der menschliche Körper verändert sich alle sieben Jahre, d. h., alle sieben Jahre erneuen sich unsere Zellen und kommen dadurch in einen neuen Biorhythmus. Das bedeutet, mit 7, 14, 21 Jahren usw. sollte man seine Hautpflege anpassen. Wichtig ist dabei, die Haut professionell zu analysieren, um ihr im jeweiligen Alter das geben zu können, was sie individuell braucht. Was bedeutet das konkret für die Hautpflege? Wenn man seine Haut bewusst mit natürlichen Mitteln pflegt, kann sie in jedem Alter strahlen. In meiner Praxis habe ich zum Beispiel zufriedene Kund:innen von 7 bis 94 Jahren, die sehr auf ihr Hautbild achten. Gute Kosmetik kann man nämlich vergleichen mit gutem, gesundem Essen. Es geht darum, zu schauen, was die Haut braucht, und ihr unter anderem Vitamine, Mineralstoffe, Lipide oder Collagen zuzuführen, damit sie genährt wird. Wichtig ist, dass man sich auch an den Jahreszeiten orientiert – wie pflege ich die Haut im ...

Mode und Möbel im Wandel

1920er- und 1930er-Jahre Die Einrichtung ist schlicht und oft aus massiven Holzmöbeln gefertigt. Der Bauhausstil in der Architektur kommt auf und spiegelt sich auch in den Möbeln wider: Funktionell und minimalistisch sollen sie sein. Klassiker wie der Barcelona-Chair von Mies van der Rohe stehen bis heute in den Wohnzimmern von Designliebhaber:innen. Schwere Kästen aus dunklem Holz und textile Überwürfe prägen das Bild. In der Mode spielen Langlebigkeit und Reparierbarkeit eine große Rolle. Frauen tragen knielange Röcke, Blusen und Mäntel in gedeckten Farben, Männer dunkle Anzüge oder Arbeitskleidung. Bloß nicht auffallen, lautet die Devise. Sowohl im Wohnraum als auch im Erscheinungsbild. Ausnahme natürlich: Die feine Gesellschaft zeigt, was sie hat. 1940er-Jahre Während des Zweiten Weltkriegs leben viele Menschen weiterhin beengt und/oder in beschädigten Wohnungen. Möbel werden repariert und es wird improvisiert: Beispielsweise werden Regale aus Kisten gebastelt oder Vorhänge statt Türen aufgehängt. In der Mode tut sich Ähnliches: Kleidung wird umgenäht, Mäntel gekürzt, Schuhe repariert und Socken gestopft. Praktikabilität bestimmt das Erscheinungsbild – zumindest beim Großteil der Bevölkerung. Feine Damen der Gesellschaft tragen maßgeschneiderte Mode: Kostüme und Accessoires wie Perlenketten unterstreichen den Status. 1950er-Jahre Es herrscht Aufbruchstimmung. Das Möbeldesign der 1950er-Jahre bringt eine neue Leichtigkeit mit sich: weg mit den schweren ...

Lernen kennt kein Alter

Happy Together: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. Was sagen Sie zu dieser alten "Volksweisheit"? Dorothea Hämmerer: Das ist ein klassisches Vorurteil. Trainingsstudien, in denen junge und ältere Erwachsene über rund hundert Tage kognitive Funktionen wie Arbeits- und Langzeitgedächtnis geübt haben, zeigen klar, dass auch im höheren Alter gelernt wird. Die Lernkurven verlaufen nur flacher und das erreichte Leistungsniveau ist im Schnitt geringer als bei Jüngeren. Das menschliche Gehirn knüpft Neues an vorhandenes Wissen an. Hier haben Ältere oft auch Vorteile: Die sogenannte kristalline Intelligenz – also angesammeltes Wissen und Erfahrung – ist meist größer. Abnehmen können hingegen fluide Fähigkeiten wie Verarbeitungsgeschwindigkeit, Multitasking oder Ablenkungsresistenz. Es gibt gewisse Begriffe, die einem im Alltag begegnen. Beispielsweise "Altersstarrsinn" oder "jugendlicher Leichtsinn". Gibt es das wirklich? So etwas wie "jugendlicher Leichtsinn" findet sich in statistischen Mittelwerten durchaus wieder, da Junge häufiger Risikoverhalten zeigen. Erklären lässt sich das durch die Entwicklung des Gehirns: Die Belohnungs- und Emotionssysteme reagieren stark, während die Kontrollsysteme noch reifen. Eine derartige zeitliche Verschiebung kann ein impulsives Verhalten auch begünstigen. Dazu kommen soziale Entwicklungsaufgaben wie zum Beispiel die Ablösung vom Elternhaus, das Finden der eigenen Identität und die Orientierung an Gleichaltrigen. Der "Altersstarrsinn" hingegen ist viel stärker stereotyp geprägt. ...

Grün Wohnen in der Vorstadt

Das eigene Haus in der Stadt – ein Traum, der oft schwer zu verwirklichen scheint. Die gemeinnützige BWS-Gruppe macht diesen Traum möglich: In der Brambillagasse 20 in Wien-Simmering entstehen derzeit vier moderne Stadthäuser. Ergänzend dazu realisiert das Unternehmen 16 attraktive Eigentumswohnungen mit 50 bis 77 m² und zwei bis drei Zimmern. Am 25. Februar fand die Gleichenfeier statt. "Mit dem Projekt Brambilla schaffen wir qualitätsvollen Wohnraum, der Eigentum auch in der Stadt leistbar und realisierbar macht", betont BWSG-Vorständin Arch. DI Kerstin Robausch-Löffelmann und Vorstandskollege Dr. Mathias Moser ergänzt: "Unser Anspruch ist es, modernes Wohnen mit Nachhaltigkeit und hoher Lebensqualität zu verbinden – grün, urban und dennoch ruhig." Stadthäuser mit Dachterrasse, Balkon und Garten Alle Einheiten verfügen über private Freiflächen, auch Tiefgaragenplätze können erworben werden. Die Stadthäuser sind kompakt und großzügig zugleich: Rund 90 m² Wohnfläche treffen hier auf etwa ebenso viel Platz für Dachterrasse, Balkon und Garten – Wohnkomfort auf höchstem Niveau. Im Erdgeschoss befinden sich die offene Wohnküche und ein Gäste-WC, im Obergeschoss zwei Zimmer, Bad und ein weiteres WC. Beide Zimmer haben einen direkten Zugang zum Balkon, von dem eine Wendeltreppe auf die großzügige Dachterrasse mit Rundumblick führt. Investition in die Zukunft "Gerade in den Außenbezirken Wiens zeigt ...

Ausgabe #12: Wandel zum Durchblättern