Einfach bauen: Aus Leidenschaft

Holz als nachwachsender Baustoff gilt als klimafreundlich und ist aus vielen Architekturwettbewerben kaum mehr wegzudenken. Zwei Beispiele, wie die BWS-Gruppe das Thema am Land und in der Stadt umsetzt.

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Die Strabag-Mitarbeiter BM DI Matthias Doubek, BSc, und Gruppenbauleiter Ing. Begim Ramceski auf der Baustelle des BWSG-Objekts Rote Emma.

Die Strabag-Mitarbeiter BM DI Matthias Doubek, BSc, und Gruppenbauleiter Ing. Begim Ramceski sind Experten für komplexen Fertigteilbau – Doubek für Holz, Ramceski für Stahlbeton. (c) Rita Michlits, BWSG

Einfache Architektur, oft auch als minimalistische Architektur bezeichnet, ist ein Gestaltungsansatz, der sich auf Klarheit, Funktionalität und die Essenz von Formen und Materialien konzentriert. Es geht bei diesem Ansatz darum, Räume zu schaffen, die sowohl funktional als auch ästhetisch ansprechend sind, indem sie die Komplexität reduzieren und die wesentlichen Elemente betonen.

Nachhaltigkeit stellt einen integralen Bestandteil "einfacher Architektur" dar. Durch die Verwendung umweltfreundlicher Materialien und energieeffizienter Technologien wird versucht, den ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Die Gebäude sind oft so konzipiert, dass sie mit der Umgebung – dem Außenraum – einen Dialog eingehen und schonend mit natürlichen Ressourcen umgehen. Womit wir zum Beispiel beim nachwachsenden Baustoff Holz wären – und bei den MAGK Architekten mit Bürositzen in Wien, St. Pölten und Aschau im Burgenland. Die Architekten Martin Aichholzer und Günter Klein planen Holzbauten schon seit 30 Jahren und gelten somit als Pioniere auf diesem Gebiet.

Architekt Günter Klein: "Der Natur ist es egal, womit wir bauen, die überdauert die Menschheit; künftigen Generationen hingegen nicht."

"Heute ist Holzbau omnipräsent – bei uns schon seit fast 30 Jahren", erzählt Arch. DI Günter Klein im Interview mit Happy together. "Wir versuchen, mit unseren Konzepten sehr klare, eindeutige Lösungen anzubieten, und legen Wert auf hohe Qualität in Bezug auf Raum und Material." Besonders im gemeinnützigen Wohnbau müssen die Flächen oft optimiert werden, damit sie leistbar bleiben. "Dennoch ist es uns wichtig, dass die Schlafzimmer genug Platz bieten, Eingangsbereiche mit Stauflächen mitgedacht, Wohn- und Küchenbereiche hell und funktional und Balkone so konzipiert sind, dass man noch bequem sitzen kann."

Wulkaprodersdorf – mittendrin und aus Holz

Mittendrin in der burgenländischen Gemeinde Wulkaprodersdorf haben die MAGK Architekten und ihr Team für die gemeinnützige BWS-Gruppe einen reinen Holzbau geplant. Als Generalunternehmer fungiert die Voitl & Co Baugesellschaft. 30 barrierefreie Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, eine Raiffeisenbank, Arztpraxen und eine Apotheke füllen die Baulücke in der Oberen Hauptstraße 38–40. "Wir haben die alte Typologie des burgenländischen Streckhofs aufgegriffen, die Dachformen und Proportionen an den Kontext angepasst, gedämpfte Farben verwendet und die Straßenfront in Anlehnung der alten Dorfstruktur weitergeführt", erklärt Klein.

Mit ihrem Fokus auf Holz und andere regenerative Baustoffe wollen die MAGK Architekten "einen Beitrag leisten, um aktuellen Problemen der Welt zu begegnen", so Klein. "Ideal wäre es dabei, die alten, traditionellen Materialien einzubeziehen." Im Zuge der EU-Taxonomie werde es auch um das Thema "Materialien trennen" gehen – zum Beispiel: Was kann ich für den Unterbau verwenden, was an den Straßenbau weiterverkaufen? Die Taxonomie, das Klassifizierungssystem der Europäischen Union, und Lebenszyklusanalysen zielen darauf ab, Investoren, Unternehmen und politischen Entscheidungsträgern zu helfen, umweltfreundliche Investitionen zu fördern und den Übergang zu einer nachhaltigeren Wirtschaft zu unterstützen. Nicht zuletzt deshalb ist Holz in vielen Ausschreibungen und Wettbewerben inzwischen fixer Bestandteil. Klein: "Es sind alle gefordert, ein wenig mehr dazu beizutragen, dass wir die Klimaziele erreichen. Spätestens, wenn es Strafzahlungen gibt, wird das allen Beteiligten in der Baubranche klar werden. Die Wunschvorstellung ist freilich, dass möglichst alle dabei mitmachen und nicht nur durch Zwang zukunftsfähige Projekte entstehen."

Rote Emma trägt Mantel aus nachhaltigem Stoff

Holzbau funktioniert mittlerweile auch bei mehrgeschossigen Gebäuden. Die BWS-Gruppe als eine der größten gemeinnützigen Wohnbauvereinigungen errichtet gemeinsam mit dem gemeinnützigen Bauträger migra das Projekt "Rote Emma". Im Stadtentwicklungsgebiet Attemsgasse Ost, im Zentrum Kagrans, entstehen bis April 2026 360 geförderte Mietwohnungen und 23 Geschäftslokale. Die Architekturbüros Gerner Gerner Plus und AllesWirdGut fungieren als Planer der innovativen Holzhybrid-Baukörper. Generalunternehmer Strabag setzt um.

Bei den MAGK Architekten kommen heimische Hölzer aus Fichte und Lärche zum Einsatz. "Bei unseren Projekten ist die Regionalität ebenfalls ein wichtiger Aspekt", betont Günter Klein von MAGK Architekten.

Die Rote Emma in der Wiener Donaustadt wird auf Basis von vorgefertigten Sandwich-Elementen von Strabag-Mitarbeitern veredelt. Fenster und Türen werden ebenso vormontiert wie die Holzfassade und dann jeden Montag per Lkw in die Donaustadt gebracht. In derselben Woche werden sie Geschoss für Geschoss in das Stahlbetonskelett eingehängt oder, anders gesagt, just in time verbaut.

Die Strabag-Mitarbeiter BM DI Matthias Doubek, BSc, und Gruppenbauleiter Ing. Begim Ramceski gelten als Spezialisten auf ihrem Gebiet. Der Waldviertler Doubek ist ursprünglich Zimmerermeister und studierte danach berufsbegleitend Bauingenieurwesen am FH Campus Wien. Vermutlich wird ihm selten langweilig, trotzdem unterrichtet er fallweise an der Wiener FH auch mehrgeschossigen Holzbau. Ramceski kennt den Stahlskelettbau in- und auswendig. "Auch die Stahlbetonkonstruktion besteht zu 80 Prozent aus Vollfertigteilwänden, nur 20 Prozent sind sogenannte Ortbetonwände, werden also vor Ort gegossen", erklärt er. Strabag bezieht die Stahlbetonfertigteile vom Tochterunternehmen Mischek Systembau. Durch die gleichbleibenden Produktionsbedingungen in der industriellen Fertigung können Prozesse und Energiebedarf optimiert, sprich CO2 reduziert werden. Vorgefertigte Systembauteile können schlanker ausgeführt werden. Mit Blick auf das Thema einfache Architektur sind die Innenräume heute in der Regel in Trockenbauweise ausgeführt, auch die Installationsschächte kommen fixfertig auf die Baustelle in der Attemsgasse.

Lego für Erwachsene

Die Attemsgasse ist die erste großvolumige Holzbaustelle für Ramceski und Doubek. Sie erzählen stolz von den Detailentwicklungen, die sie im Zentrum Kagrans umsetzen. "Die Balkone werden auf thermisch getrennten Stahlbetonkonsolen geschossweise eingehängt. Wären die Balkone, wie im klassischen Stahlbetonbau üblich, mitgebaut worden, müssten wir die Holzbauteile einfädeln", beschreibt Doubek den schrittweisen Aufbau. Erst wenn alle Holzbauteile in einem Geschoss angebracht sind, werden die Fertigteil-Balkonplatten auf den Fertigteilkonsolen und Holzstützen montiert. "Als ob man mit Lego ein Regal baut", sagt Doubek und schmunzelt.

Doubek weiter: "Beim Hybridbau ist die Idee, innen viel Speichermasse zu generieren und dies außen mit einer wärmenden Hülle zu umkleiden. Deshalb sind die Außenbauteile als Holzriegelwand mit hocheffizienter Dämmung ausgestattet und sämtliche Bauteile im Inneren in Stahlbetonbauweise, der Speichermasse, gelöst." Baumeister Doubek vergleicht dies "mit einer dicken Daunendecke, die man über einen Thermophor drüberzieht".

Einig sind sich Architekt Günter Klein und die Experten von der Strabag darin, dass der Planungsaufwand im Holzfertigbau anfänglich höher ist. Klein: "Wir müssen alle kleinen Details mit den Fachplanern im Vorfeld besprechen und in der Planung berücksichtigen."

Intensiver Planungsprozess

Vorfertigung bietet höhere Qualität und ist viel genauer. Ramceski ergänzt: "Wir bauen immer mit gewissen Toleranzen: Die üblichen Toleranzen im Stahlbetonbau müssen von den Fassadenteilen aufgenommen werden, was sich vor Ort einfacher, in der Vorfertigung ungleich schwieriger gestaltet." Ein wenig mehr Zeit und eine intensive und exakte Planung im Vorfeld führen auch zu kurzen Bauzeiten und somit zu einer deutlichen Zeitersparnis beim Bauen.

"Dieser Benefit der schnellen Bauweise wird von den Bauträgern im Moment oft noch gar nicht ausreichend gewürdigt", bemerkt Architekt Klein. "Das ändert sich aber gerade in die Richtung. Die optimiertesten Ideen, die wir haben – einfacher, besser, schneller, industrieller und mit höherer Qualität zu bauen –, sind beim Endkunden vielfach noch nicht vollständig anwendbar. Wir hören nicht selten, wir brauchen eh so lange für den Vertrieb und müssen die anderen Logistiken mitdenken – muss also gar nicht so schnell sein." Stimme nicht, meint Klein, denn hier werde Kapital unnötig "verbraten". Den Privaten sei das nie "wurscht", weiß der gebürtige Burgenländer aus Erfahrung.

Klingt alles im ersten Moment gar nicht einfach – "ist es aber", sagen die Experten. "Und für den Baustoff Holz braucht es Leidenschaft." Künftige Generationen werden es ihnen danken.

Autorin: Mag. Rita Michlits, BWSG

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Eine Naturkosmetik-Koryphäe über Zellen im Wandel

Happy together: Frau Tschida, danke, dass Sie sich Zeit für ein Interview für uns nehmen. Sie sind bekannt aus Funk und Fernsehen und seit mehr als vier Jahrzehnten als Kosmetikerin erfolgreich; haben auch selbst bereits über 33 Lehrlinge ausgebildet. Wie verändert sich unsere Haut im Laufe des Lebens? Christa Tschida: Der menschliche Körper verändert sich alle sieben Jahre, d. h., alle sieben Jahre erneuen sich unsere Zellen und kommen dadurch in einen neuen Biorhythmus. Das bedeutet, mit 7, 14, 21 Jahren usw. sollte man seine Hautpflege anpassen. Wichtig ist dabei, die Haut professionell zu analysieren, um ihr im jeweiligen Alter das geben zu können, was sie individuell braucht. Was bedeutet das konkret für die Hautpflege? Wenn man seine Haut bewusst mit natürlichen Mitteln pflegt, kann sie in jedem Alter strahlen. In meiner Praxis habe ich zum Beispiel zufriedene Kund:innen von 7 bis 94 Jahren, die sehr auf ihr Hautbild achten. Gute Kosmetik kann man nämlich vergleichen mit gutem, gesundem Essen. Es geht darum, zu schauen, was die Haut braucht, und ihr unter anderem Vitamine, Mineralstoffe, Lipide oder Collagen zuzuführen, damit sie genährt wird. Wichtig ist, dass man sich auch an den Jahreszeiten orientiert – wie pflege ich die Haut im ...

Mode und Möbel im Wandel

1920er- und 1930er-Jahre Die Einrichtung ist schlicht und oft aus massiven Holzmöbeln gefertigt. Der Bauhausstil in der Architektur kommt auf und spiegelt sich auch in den Möbeln wider: Funktionell und minimalistisch sollen sie sein. Klassiker wie der Barcelona-Chair von Mies van der Rohe stehen bis heute in den Wohnzimmern von Designliebhaber:innen. Schwere Kästen aus dunklem Holz und textile Überwürfe prägen das Bild. In der Mode spielen Langlebigkeit und Reparierbarkeit eine große Rolle. Frauen tragen knielange Röcke, Blusen und Mäntel in gedeckten Farben, Männer dunkle Anzüge oder Arbeitskleidung. Bloß nicht auffallen, lautet die Devise. Sowohl im Wohnraum als auch im Erscheinungsbild. Ausnahme natürlich: Die feine Gesellschaft zeigt, was sie hat. 1940er-Jahre Während des Zweiten Weltkriegs leben viele Menschen weiterhin beengt und/oder in beschädigten Wohnungen. Möbel werden repariert und es wird improvisiert: Beispielsweise werden Regale aus Kisten gebastelt oder Vorhänge statt Türen aufgehängt. In der Mode tut sich Ähnliches: Kleidung wird umgenäht, Mäntel gekürzt, Schuhe repariert und Socken gestopft. Praktikabilität bestimmt das Erscheinungsbild – zumindest beim Großteil der Bevölkerung. Feine Damen der Gesellschaft tragen maßgeschneiderte Mode: Kostüme und Accessoires wie Perlenketten unterstreichen den Status. 1950er-Jahre Es herrscht Aufbruchstimmung. Das Möbeldesign der 1950er-Jahre bringt eine neue Leichtigkeit mit sich: weg mit den schweren ...

Lernen kennt kein Alter

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Grün Wohnen in der Vorstadt

Das eigene Haus in der Stadt – ein Traum, der oft schwer zu verwirklichen scheint. Die gemeinnützige BWS-Gruppe macht diesen Traum möglich: In der Brambillagasse 20 in Wien-Simmering entstehen derzeit vier moderne Stadthäuser. Ergänzend dazu realisiert das Unternehmen 16 attraktive Eigentumswohnungen mit 50 bis 77 m² und zwei bis drei Zimmern. Am 25. Februar fand die Gleichenfeier statt. "Mit dem Projekt Brambilla schaffen wir qualitätsvollen Wohnraum, der Eigentum auch in der Stadt leistbar und realisierbar macht", betont BWSG-Vorständin Arch. DI Kerstin Robausch-Löffelmann und Vorstandskollege Dr. Mathias Moser ergänzt: "Unser Anspruch ist es, modernes Wohnen mit Nachhaltigkeit und hoher Lebensqualität zu verbinden – grün, urban und dennoch ruhig." Stadthäuser mit Dachterrasse, Balkon und Garten Alle Einheiten verfügen über private Freiflächen, auch Tiefgaragenplätze können erworben werden. Die Stadthäuser sind kompakt und großzügig zugleich: Rund 90 m² Wohnfläche treffen hier auf etwa ebenso viel Platz für Dachterrasse, Balkon und Garten – Wohnkomfort auf höchstem Niveau. Im Erdgeschoss befinden sich die offene Wohnküche und ein Gäste-WC, im Obergeschoss zwei Zimmer, Bad und ein weiteres WC. Beide Zimmer haben einen direkten Zugang zum Balkon, von dem eine Wendeltreppe auf die großzügige Dachterrasse mit Rundumblick führt. Investition in die Zukunft "Gerade in den Außenbezirken Wiens zeigt ...

Ausgabe #07: Einfachheit zum Durchblättern