Alles für die Tonne?
Das Zusammenspiel von intelligenter Technik und der richtigen Lagerung macht den Kühlschrank zum engsten Verbündeten gegen Food Waste.
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Was esse ich heute? Im gut sortierten Kühlschrank liegen Milchprodukte, Gemüse und Eier dort, wo sie sich am wohlsten fühlen – und dort sind sie auch leicht zu finden. (c) New Africa/AdobeStock
Kaum ein Ort im Haushalt kennt unsere guten Vorsätze besser als der Kühlschrank. Hier landet der Salat, den wir diesmal ganz sicher rechtzeitig essen. Das Joghurt, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum wir zwar registriert, aber schon wieder vergessen haben. Und irgendwo ganz weit hinten – dort, wo Lebensmittel auf ihren Ruhestand warten – steht noch ein Glas Pesto. Geöffnet. Seit wann? Gute Frage!
Lebensmittelverschwendung beginnt selten mit böser Absicht. Meist ist sie das Ergebnis des Alltags. Man kauft spontan, kocht und vergisst schlicht, was sich bereits in den Vorräten befindet. Das Ergebnis kennt jeder: Der Kühlschrank wird zur Fundgrube kulinarischer Überraschungen – nicht immer der angenehmen Art. Dabei ist Food Waste längst mehr als ein schlechtes Gewissen beim Blick in den Biomüll. Jedes weg geworfene Lebensmittel bedeutet verschwendete Energie, Wasser, Transport, Arbeitszeit und Geld. Die gute Nachricht: Moderne Kühltechnik sorgt dafür, dass Lebensmittel deutlich länger frisch bleiben – vorausgesetzt, sie wird richtig genutzt.
Frische ist keine Glückssache
Wer heute einen neuen Kühlschrank kauft, bekommt weit mehr als eine kalte Kiste mit Innenbeleuchtung. Moderne Geräte sind echte Klimamanager. Unterschiedliche Temperaturzonen sorgen dafür, dass Lebensmittel genau jene Bedingungen vorfinden, unter denen sie sich am wohlsten fühlen. Während sich im unteren Bereich meist die kälteste Zone befindet, ist es in den Türfächern deutlich wärmer. Genau deshalb gehören Milchprodukte, Fleisch oder Fisch nicht neben Ketchup und Senf, sondern in die besonders kalten Bereiche. Butter, Getränke oder Marmelade fühlen sich dagegen in der Kühlschranktür durchaus wohl.
Der Effekt ist erstaunlich. Oft verlängert sich die Haltbarkeit von Lebensmitteln um mehrere Tage –manchmal sogar deutlich länger. Das schont nicht nur das Haushaltsbudget, sondern reduziert auch die Menge an Lebensmitteln, die im Müll landet.
Mindesthaltbarkeitsdatum ist kein Ablaufdatum
So leistungsfähig moderne Kühlschränke auch geworden sind – sie können nur mit dem arbeiten, was wir ihnen anbieten. Heiße Speisen sollten zunächst auf Zimmertemperatur abkühlen, bevor sie im Kühlschrank landen. Wird das Gerät bis auf den letzten Zentimeter vollgestopft, kann die kalte Luft nicht mehr richtig zirkulieren. Die Folge: Lebensmittel kühlen unterschiedlich starkaus und verderben schneller.
Ebenso wichtig ist die richtige Temperatureinstellung. Sechs bis sieben Grad Celsius gelten als guter Kompromiss zwischen Frische und Energieverbrauch. Kälter muss es gar nicht sein. Und wer den Kühlschrank nur so lange öffnet wie unbedingt nötig, spart ebenfalls Energie.
Kühlschränke können viel, nur Gedanken lesen können sie noch nicht. Deshalb bleibt der wichtigste Helfer gegen Lebensmittelverschwendung der Mensch selbst. Das Mindesthaltbarkeitsdatum wird häufig missverstanden. Es sagt nicht aus, dass ein Lebensmittel ab dem nächsten Tag giftig ist. Vielmehr garantiert der Hersteller bis zu diesem Zeitpunkt bestimmte Eigenschaften wie Geschmack oder Konsistenz. Viele Produkte sind weit darüber hinaus problemlos genießbar. Hier hilft keine Elektronik, sondern das bewährte Trio aus Sehen, Riechen und Schmecken.
Der unterschätzte Gefrierschrank
Ein weiterer Held im Kampf gegen Food Waste findet sich häufig gleich unter dem Kühlschrank – oder im Keller: der Gefrierschrank. Viele Lebensmittel lassen sich nämlich problemlos einfrieren – von Brot über Kräuter bis hin zu fertig gekochten Gerichten. Moderne No-Frost-Technologien verhindern dabei störende Eisbildung und sorgen für konstante Temperaturen. Das schützt die Lebensmittel und spart Energie, weil regelmäßiges Abtauen entfällt.
Und aus den gefrorenen Resten wird schnell das Mittagessen für kommende Woche. Man könnte auch sagen: Der Gefrierschrank ist quasi die Pausentaste des Haushalts.
Die beste Technik sitzt vor dem Kühlschrank
So beeindruckend moderne Kühltechnik inzwischen geworden ist – sie nimmt uns das Denken nicht vollständig ab. Wer den Einkauf plant, Lebensmittel am richtigen Platz lagert und vorhandene Vorräte verbraucht, statt neue Lebensmittel einzukaufen, hat bereits die wichtigsten Zutaten gegen Food Waste beisammen. Die Technik schafft dafür die besten Voraussetzungen. Präzise Temperaturzonen, optimale Luftfeuchtigkeit, gleichmäßige Kühlung und eine gute Übersicht sorgen dafür, dass Lebensmittel ihr Frischepotenzial möglichst lange ausschöpfen können.
Oder anders gesagt: Moderne Kühlschränke halten Lebensmittel frisch – gegessen werden dürfen sie trotzdem noch. Denn im Kampf gegen Food Waste gilt eine einfache Regel: Das nachhaltigste Lebensmittel ist oft jenes, das gar nicht erst neu gekauft werden muss.
Um Lebensmittel länger frisch zu halten und unnötige Verschwendung zu vermeiden, helfen bereits einfache Organisationsregeln im Kühlschrank:
• First in, first out: Ältere Produkte nach vorne stellen, neu gekaufte nach hinten. So wird zuerst verbraucht, was bald abläuft.
• Richtige Zonen nutzen: Salat, Beeren und Kräuter in das Gemüsefach legen, Milchprodukte eher in die kühleren mittleren Bereiche.
• Getrennt lagern: Äpfel, Bananen und Paradeiser getrennt von empfindlichem Gemüse aufbewahren, weil sie Reifegase abgeben und andere Lebensmittel schneller altern lassen.
• Reste sichtbar machen: Vorgekochte Speisen oder geöffnete Packungen in transparente Boxen füllen und gut sichtbar platzieren – das reduziert "Vergessen im hinteren Kühlschrankbereich".
• Meal Prep strukturieren: Vorbereitete Portionen immer mit Datum versehen und nach Verbrauchsreihenfolge einräumen.
Autor: Christian Lanner
Eugendorf Silberlocke übergeben
Mit dem Projekt Silberlocke entstand ein regionales Leuchtturmprojekt, das innovative Wohnformen für ältere Menschen fördert und einen wichtigen Beitrag zur sozialen Infrastruktur der Gemeinde Eugendorf leistet. Die BWSG errichtete gemeinsam mit Hillebrand Bau 24 geförderte Mietwohnungen für betreutes Wohnen sowie ein Seniorentageszentrum unter einem Dach. Das Wohnprojekt ermöglicht Senior:innen ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden in gewohnter Umgebung bei gleichzeitiger professioneller Betreuung. Betreiber des Tageszentrums ist der Arbeiter-Samariter-Bund Salzburg. Die erfolgreiche Umsetzung basiert auf der engen Zusammenarbeit mit dem Land Salzburg, der Gemeinde Eugendorf und den Projektpartnern. Das Land Salzburg unterstützt das Projekt mit rund 5,2 Mio. Euro Wohnbauförderung. Die Vergabe erfolgte über die Gemeinde. Am 25. August wurde das Vorzeigeprojekt offiziell an die Mieter:innen übergeben. Autorin: Rita Michlits Alle Fotos: (c) wild
Die Kunst der Ordnung
Ein Zuhause ist weit mehr als ein Ort zum Wohnen. Es ist Rückzugsort, Familienmittelpunkt und Arbeitsplatz zugleich. Wie viel Ordnung Menschen brauchen, um sich darin wohlzufühlen, ist ganz unterschiedlich: Während die einen ein minimalistisches Zuhause bevorzugen, darf es für andere ruhig etwas chaotischer sein. Entscheidend ist nicht Perfektion, sondern eine Wohnumgebung, die Orientierung gibt und den Alltag erleichtert. Zwischen Beruf, Familie und zahlreichen Verpflichtungen fehlt jedoch oft die Zeit oder schlicht die Energie, dauerhaft alles in Ordnung zu halten. Überfüllte Schränke, Papierstapel oder Schubladen, die sich kaum noch schließen lassen, sind häufig sichtbare Zeichen eines fordernden Alltags. Genau hier setzt Desiree Schweiger an. Mit ihrem Unternehmen simply organized hat sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht: Als Ordnungscoach entwickelt sie gemeinsam mit ihren Kund:innen individuelle Lösungen. "Es geht darum, Strukturen zu schaffen, die sich langfristig in den Alltag und ihre Lebenssituation integrieren lassen", so die Expertin. Für sie beginnt Ordnung deshalb nicht mit dem Aufräumen, sondern mit der Frage, warum Unordnung überhaupt entstanden ist. "Ein Zuhause erzählt viel über das Leben, das dort gerade stattfindet", erklärt sie. "Häufig spiegeln sich darin herausfordernde Lebensphasen, fehlende Routinen oder Veränderungen im Familienalltag wider." Unordnung ist für sie daher kein Zeichen persönlicher Schwäche oder mangelnder ...
Wohnen im Gleichgewicht
Ein Zuhause sollte vieles können: warm sein, wenn es draußen kalt ist, angenehm kühl, wenn der Sommer wieder einmal Überstunden macht, hell genug zum Lesen und gemütlich genug zum Abschalten. Die Waschmaschine soll ihre Arbeit erledigen, während der Stromzähler möglichst ruhig bleibt. Und wenn schon Technik einzieht, dann bitte so, dass sie das Leben einfacher macht – und nicht noch eine zusätzliche Bedienungsanleitung auf den Wohnzimmertisch legt. Kurz gesagt: Wohnen braucht Balance. Der eigentliche Fortschritt besteht also nicht darin, möglichst viele Geräte miteinander zu vernetzen. Entscheidend ist, dass am Ende etwas herauskommt, was jeder Bewohner spürt: mehr Komfort, weniger Energieverbrauch und ein Zuhause, in dem man sich wohlfühlt. Wärme mit Maß Beginnen wir also mit einem der größten Energieverbraucher im Haushalt: der Heizung. Gerade hier ist Balance besonders wichtig. Zu kalt ist unangenehm, zu warm kostet unnötig Energie – und manchmal sogar den guten Schlaf. 25 Grad im Schlafzimmer mögen für einen tropischen Urlaub passend sein, für eine erholsame Nacht sind sie meist wenig hilfreich. Moderne Heizsysteme können wesentlich genauer regeln als früher. Raumthermostate, elektronische Heizkörperventile und intelligente Steuerungen passen die Temperatur an die tatsächliche Nutzung an. Wer tagsüber nicht zu Hause ist, muss die Wohnung schließlich nicht auf Wohlfühltemperatur halten. ...
Zwischen Ordnung und Wildnis
Frau Lo, Sie planen unter anderem Außenanlagen für die Wohnprojekte der BWSG und öffentliche Räume. Welche Überlegungen spielen dabei eine Rolle? Carla Lo: Zu Beginn steht immer die Frage, wer die Freiflächen nutzt und welche Bedürfnisse damit verbunden sind. Wir planen für ältere Personen genauso wie für Kinder und Jugendliche – und jede Gruppe hat andere Ansprüche. Kinder freuen sich über Möglichkeiten zum Herumtoben, Klettern und Entdecken. Ältere Menschen wünschen sich eher ein schattiges Plätzchen, von dem aus sie das Geschehen beobachten können. Ein guter Freiraum schafft es, diese unterschiedlichen Bedürfnisse in einem gemeinsamen Außenraum zusammenzubringen. Das bedeutet, Sie müssen auf eine bedürfnisorientierte Balance bei der Gartengestaltung achten? Ja, die Balance zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Planung: zwischen Nutzungsanreizen und Nutzungsoffenheit, zwischen "ordentlich" und "wild" oder auch zwischen "laut" und "leise". Sie beziehen bei Ihrer Planung von Wohnobjekten – so wie bei unserer Roten Emma – oft auch die Dachflächen mit ein. Sollte jede Dachfläche aktiv von Menschen genutzt werden? Nein, ganz im Gegenteil. Die Aktivierung von Freiräumen ist wichtig, aber nicht jede Fläche muss von Menschen genutzt werden. Ein Teil sollte bewusst der Biodiversität vorbehalten bleiben – als ruhiger, ungestörter Lebensraum für Vögel und Insekten. So ...