Mit den Augen der Töchter
Jeder Schritt beginnt mit dem ersten. Vorausgesetzt man weiß, wo man ihn setzen soll. Der Töchtertag ist dazu da, junge Mädchen hinsichtlich ihrer späteren Berufswahl zu motivieren, zu inspirieren und zu stärken.
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Gemeinsam mit Strabag und Weissenseer lud die BWSG 22 Töchter auf die Baustelle "Im Terrassengarten" in den 23. Wiener Gemeindebezirk. (c) Steve Simonovic/eap
Schauplatz: eine großflächige Baustelle im 23. Bezirk am 23. April 2026: Das Areal ist weitläufig, da und dort ragt ein Rohbau aus dem Boden. In der Meischlgasse entsteht ein neues Stadtquartier mit zahlreichen Wohnhäusern. Eines davon, ein BWSG-Objekt, trägt den Namen "Im Terrassengarten" und wird 285 geförderte Mietwohnungen beherbergen: Noch sieht man nichts außer Erde, Bagger und Baugruben – und eine 20-köpfige Gruppe von Mädchen im Alter zwischen neun und 17 Jahren. Sie tragen Schutzhelme und -westen.
Es ist der 25. Wiener Töchtertag, bei dem alle Töchter, Schülerinnen, Nichten etc. aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland dazu eingeladen sind, bei einem der über 300 teilnehmenden Unternehmen Arbeitsluft zu schnuppern. In unserem Fall bedeutet das – "Baustellenluft atmen", inklusive Bagger fahren und Holzhaus bauen. Gemeinsam mit Strabag, unserem Generalunternehmer vor Ort, und dem Holzbauunternehmen Weissenseer erhalten 22 Töchter Einblicke in Berufe, die sie im und rund um Bauwesen und Immobiliengenossenschaft ergreifen können. Natürlich nicht im Detail. Vielmehr erzählen erfolgreiche Frauen aus der Bau- und Immobilienbranche über ihren Werdegang und ihre jetzige Position; unter anderem die BWSG-Vorständin Arch. DI Kerstin Robausch-Löffelmann und die kaufmännische Direktorin der Strabag, Yvonne Otrob, MA. Die vielleicht wichtigste Botschaft der Top-Managerinnen an die heranwachsenden Frauen: "Glaubt nie, dass ihr irgendetwas nicht könnt. Vertraut auf eure Interessen und geht diesen beharrlich nach. Nicht aufgeben."
Die Strabag-Bautechnikerin Courtney Blacker wurde einst selbst bei einem Töchtertag zu ihrer heutigen Berufswahl inspiriert.
Motivierende Worte an die Teilnehmerinnen kamen auch von DI Courtney Blacker. Die Strabag-Bautechnikerin wurde einst selbst bei einem Töchtertag zu ihrer heutigen Berufswahl inspiriert, wie sie im Gespräch mit Happy together erzählt. "Als Schülerin in der Unterstufe besuchte ich das Unternehmen meiner Mutter und war damals sehr beeindruckt von den starken Frauen in der Technik und deren Vorträgen. Das hat mir die Augen geöffnet und geholfen, meinen Werdegang zu beschließen", sagt Blacker. Viele Schülerinnen zeigen sich auch am heurigen Töchtertag interessiert und stellen in Gruppengesprächen Fragen. Es gelingt, die eine oder andere Teilnehmerin mit den Karrierefrauen in der Bau- und Immobilienbranche zu vernetzen.
"Für mich war besonders spannend, dass sich gleich drei Firmen mit ihren Aufgabenbereichen auf der Baustelle vorgestellt haben. Interessant war auch, zu erfahren, welche Ausbildungswege die Mitarbeiterinnen zu ihren Berufen geführt haben und wie sie ihre Arbeit als Frauen in der Baubranche erleben", resümiert die 18-jährige Zuzana.
Der Vormittag mit anschließendem Mittagessen ist zwar rasch vorbei, hinterlässt aber einen bleibenden Eindruck. "Jetzt weiß ich endlich, in welche Richtung ich gehen will", sagt Zusana Luisa. Die 17-Jährige absolviert derzeit die HTL. "Wenn wir auch nur ein Mädchen bei ihrer Berufswahl unterstützen können, haben wir schon viel geschafft", fasst es BWSG-Kollegin Julia Pelzl, MSc am Ende des Tages zusammen. Wir hoffen, auch im nächsten Jahr wieder Töchtern hinsichtlich ihrer Berufswahl Denkanstöße geben zu können.
Autorin: Mag. Vera Bauer
Eugendorf Silberlocke übergeben
Mit dem Projekt Silberlocke entstand ein regionales Leuchtturmprojekt, das innovative Wohnformen für ältere Menschen fördert und einen wichtigen Beitrag zur sozialen Infrastruktur der Gemeinde Eugendorf leistet. Die BWSG errichtete gemeinsam mit Hillebrand Bau 24 geförderte Mietwohnungen für betreutes Wohnen sowie ein Seniorentageszentrum unter einem Dach. Das Wohnprojekt ermöglicht Senior:innen ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden in gewohnter Umgebung bei gleichzeitiger professioneller Betreuung. Betreiber des Tageszentrums ist der Arbeiter-Samariter-Bund Salzburg. Die erfolgreiche Umsetzung basiert auf der engen Zusammenarbeit mit dem Land Salzburg, der Gemeinde Eugendorf und den Projektpartnern. Das Land Salzburg unterstützt das Projekt mit rund 5,2 Mio. Euro Wohnbauförderung. Die Vergabe erfolgte über die Gemeinde. Am 25. August wurde das Vorzeigeprojekt offiziell an die Mieter:innen übergeben. Autorin: Rita Michlits Alle Fotos: (c) wild
Die Kunst der Ordnung
Ein Zuhause ist weit mehr als ein Ort zum Wohnen. Es ist Rückzugsort, Familienmittelpunkt und Arbeitsplatz zugleich. Wie viel Ordnung Menschen brauchen, um sich darin wohlzufühlen, ist ganz unterschiedlich: Während die einen ein minimalistisches Zuhause bevorzugen, darf es für andere ruhig etwas chaotischer sein. Entscheidend ist nicht Perfektion, sondern eine Wohnumgebung, die Orientierung gibt und den Alltag erleichtert. Zwischen Beruf, Familie und zahlreichen Verpflichtungen fehlt jedoch oft die Zeit oder schlicht die Energie, dauerhaft alles in Ordnung zu halten. Überfüllte Schränke, Papierstapel oder Schubladen, die sich kaum noch schließen lassen, sind häufig sichtbare Zeichen eines fordernden Alltags. Genau hier setzt Desiree Schweiger an. Mit ihrem Unternehmen simply organized hat sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht: Als Ordnungscoach entwickelt sie gemeinsam mit ihren Kund:innen individuelle Lösungen. "Es geht darum, Strukturen zu schaffen, die sich langfristig in den Alltag und ihre Lebenssituation integrieren lassen", so die Expertin. Für sie beginnt Ordnung deshalb nicht mit dem Aufräumen, sondern mit der Frage, warum Unordnung überhaupt entstanden ist. "Ein Zuhause erzählt viel über das Leben, das dort gerade stattfindet", erklärt sie. "Häufig spiegeln sich darin herausfordernde Lebensphasen, fehlende Routinen oder Veränderungen im Familienalltag wider." Unordnung ist für sie daher kein Zeichen persönlicher Schwäche oder mangelnder ...
Wohnen im Gleichgewicht
Ein Zuhause sollte vieles können: warm sein, wenn es draußen kalt ist, angenehm kühl, wenn der Sommer wieder einmal Überstunden macht, hell genug zum Lesen und gemütlich genug zum Abschalten. Die Waschmaschine soll ihre Arbeit erledigen, während der Stromzähler möglichst ruhig bleibt. Und wenn schon Technik einzieht, dann bitte so, dass sie das Leben einfacher macht – und nicht noch eine zusätzliche Bedienungsanleitung auf den Wohnzimmertisch legt. Kurz gesagt: Wohnen braucht Balance. Der eigentliche Fortschritt besteht also nicht darin, möglichst viele Geräte miteinander zu vernetzen. Entscheidend ist, dass am Ende etwas herauskommt, was jeder Bewohner spürt: mehr Komfort, weniger Energieverbrauch und ein Zuhause, in dem man sich wohlfühlt. Wärme mit Maß Beginnen wir also mit einem der größten Energieverbraucher im Haushalt: der Heizung. Gerade hier ist Balance besonders wichtig. Zu kalt ist unangenehm, zu warm kostet unnötig Energie – und manchmal sogar den guten Schlaf. 25 Grad im Schlafzimmer mögen für einen tropischen Urlaub passend sein, für eine erholsame Nacht sind sie meist wenig hilfreich. Moderne Heizsysteme können wesentlich genauer regeln als früher. Raumthermostate, elektronische Heizkörperventile und intelligente Steuerungen passen die Temperatur an die tatsächliche Nutzung an. Wer tagsüber nicht zu Hause ist, muss die Wohnung schließlich nicht auf Wohlfühltemperatur halten. ...
Zwischen Ordnung und Wildnis
Frau Lo, Sie planen unter anderem Außenanlagen für die Wohnprojekte der BWSG und öffentliche Räume. Welche Überlegungen spielen dabei eine Rolle? Carla Lo: Zu Beginn steht immer die Frage, wer die Freiflächen nutzt und welche Bedürfnisse damit verbunden sind. Wir planen für ältere Personen genauso wie für Kinder und Jugendliche – und jede Gruppe hat andere Ansprüche. Kinder freuen sich über Möglichkeiten zum Herumtoben, Klettern und Entdecken. Ältere Menschen wünschen sich eher ein schattiges Plätzchen, von dem aus sie das Geschehen beobachten können. Ein guter Freiraum schafft es, diese unterschiedlichen Bedürfnisse in einem gemeinsamen Außenraum zusammenzubringen. Das bedeutet, Sie müssen auf eine bedürfnisorientierte Balance bei der Gartengestaltung achten? Ja, die Balance zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Planung: zwischen Nutzungsanreizen und Nutzungsoffenheit, zwischen "ordentlich" und "wild" oder auch zwischen "laut" und "leise". Sie beziehen bei Ihrer Planung von Wohnobjekten – so wie bei unserer Roten Emma – oft auch die Dachflächen mit ein. Sollte jede Dachfläche aktiv von Menschen genutzt werden? Nein, ganz im Gegenteil. Die Aktivierung von Freiräumen ist wichtig, aber nicht jede Fläche muss von Menschen genutzt werden. Ein Teil sollte bewusst der Biodiversität vorbehalten bleiben – als ruhiger, ungestörter Lebensraum für Vögel und Insekten. So ...