Wärmeverteilung im Wohnbau: Eine Frage der Balance

Am Beispiel der Hauffgasse in Wien-Simmering zeigen BWSG und Wohnio vor, wie mit einer KI-Lösung künftig pro Haushalt zwischen 90 und 125 Euro eingespart werden können.

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Außenansicht BWSG-Wohnhausanlage Hauffgasse

In der BWSG-Wohnhausanlage Hauffgasse in Wien-Simmering wurde mittels KI in Verbindung mit einem hydraulischen Abgleich das Heizsystem optimiert. (c) Rita Michlits/BWSG

In Zeiten, wo Teuerungen an jeder Ecke fröhliche Urstände feiern, macht sich die Nutzung eines intelligenten, KI-gestützten Heizwärmesystems bezahlt. Kevin Bauer-Hentschke ist Gründer und Geschäftsführer von Wohnio, einem Unternehmen mit rund 20 Mitarbeiter:innen mit Sitz in Wien. Gegenüber Happy together erläutert er, was es heißt, einen mehrgeschossigen Wohnbau mittels KI-und IoT-basierter Heizungsoptimierung1 so zu optimieren, dass Kosten eingespart werden können.

"Steigende Energiekosten erfordern einen effizienten Umgang mit Gebäudeheizungen. Eine große Rolle spielt dabei die kontinuierliche Optimierung der Heizungsanlage", erläutert Bauer-Hentschke. Dies erreichte Wohnio in einem Pilotprojekt in der BWSG-Wohnanlage Hauffgasse durch KI in Verbindung mit dem hydraulischen Abgleich der Heizung. "Durch einen solchen kommt es zu einer gleichen Verteilung: Wohnungen in der Nähe der Heizzentrale erhalten ebenso viel Wärme wie weiter entfernte Wohneinheiten", so der Wohnio-Geschäftsführer.

Unterm Strich bedeutet dies, dass so viel Energie verbraucht wird wie benötigt. Bauer-Hentschke: "Das lässt sich durch Ventile, die jeder Wohnung zugeordnet und gezielt eingestellt werden, erzielen. Die Wärme wird dadurch gleichmäßig verteilt und es wird keine Energie verschwendet – und gleichzeitig steigt der Wohnkomfort für die Mieter:innen."

Bis zu 125 Euro Ersparnis pro Wohnung und Jahr

Das Einsparungspotenzial ist dabei groß: Für Wohnanlagen wie die Hauffgasse schätzt der Wohnio-Geschäftsführer das Einsparungspotenzial auf rund 90 bis 125 Euro pro Wohnung und Jahr.

Wohnio verspricht, dass sich eine derartige Heizungsoptimierung rasch amortisiert: Im Fall der Hauffgasse liegt die Amortisationszeit bei weniger als einem Jahr. "Je größer das Projekt ist, desto rascher zahlt sich die Optimierung aus. Außerdem kann die Aufrüstung mit einer solchen Anlage innerhalb weniger Monate durchgeführt werden", so Bauer-Hentschke.

Überwachung in Echtzeit mit KI

Was nach der Implementierung folgt, ist ein laufendes Monitoring der Heizungsanlage über die Wohnio-Plattform. "Wir setzen dabei auf KI und holen die Echtzeitdaten remote direkt aus der Heizzentrale. Bei einer Fehlfunktion erfolgt eine sofortige Alarmierung an unser Team. Andernfalls wird womöglich über einen längeren Zeitraum unnötig viel Energie verbraucht – zum Beispiel dann, wenn ein Ventil dauerhaft falsch eingestellt ist", führt Bauer-Hentschke aus.

Digitale Lösungen machen es möglich, Probleme frühzeitig zu erkennen und automatisch zu melden. Vergleichbar sei dies mit einem Warnsystem im Auto, so der Wohnio-Geschäftsführer: "Dies ist gerade im sozialen Wohnbau wichtig, um die Leistbarkeit des Wohnens aufrecht zu erhalten."

Nach der erfolgreichen Implementierung des Pilotprojekts in der Hauffgasse steht nun für die BWSG fest, dass weitere Wohnhausanlagen umgerüstet werden.

Autorin: Mag. Vera Bauer

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NOVOart unterstützt Kunst im urbanen Raum

Im Rahmen der Klima Biennale Wien 2026 setzte der Kunst- und Kulturverein NOVOart ein starkes Zeichen für Kunst im öffentlichen Raum: Mit seiner Unterstützung realisierte der bolivianische Künstler River Claure eine eindrucksvolle Fassadenarbeit am Wohnobjekt der gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft BWSG in der Nordbahnstraße 51 in Wien-Leopoldstadt. Beim Verkehrsknotenpunkt Praterstern, im Rahmen der Ausstellung "(No) Funny Games", brachte Claure seine künstlerische Auseinandersetzung mit globalen Machtverhältnissen, kolonialer Geschichte und gesellschaftlicher Resilienz in den urbanen Kontext. "Das Projekt von River Claure zeigt, wie Kunst globale Zusammenhänge verständlich machen kann – gerade im unmittelbaren Lebensumfeld der Menschen. Solche Impulse sind wichtig, um Bewusstsein zu schaffen und neue Formen des Zusammenlebens mitzudenken", sagt NOVOart-Obmann DI Franz Binderlehner, BSc. "Es erfüllt uns mit Stolz, im Rahmen der Klima Biennale Wien 2026 einen weithin sichtbaren Beitrag zu leisten und dieses Projekt gemeinsam mit diesem international renommierten Künstler realisieren zu können", ergänzt NOVOart-Obfrau Arch. DI Kerstin Robausch-Löffelmann. Auf drei machen wir alles kaputt Der international tätige Foto- und Videokünstler River Claure untersucht in seiner inszenierten Werkserie die Folgen kolonialer Ausbeutung sowie die Widerstandskraft indigener Lebenswelten. Die Fassadengestaltung in der Nordbahnstraße war Teil seines Projekts "A cuenta de tres, lo destruimos todo" ("Auf drei machen wir alles kaputt"). Dafür hatte ...

Mit den Augen der Töchter

Schauplatz: eine großflächige Baustelle im 23. Bezirk am 23. April 2026: Das Areal ist weitläufig, da und dort ragt ein Rohbau aus dem Boden. In der Meischlgasse entsteht ein neues Stadtquartier mit zahlreichen Wohnhäusern. Eines davon, ein BWSG-Objekt, trägt den Namen "Im Terrassengarten" und wird 285 geförderte Mietwohnungen beherbergen: Noch sieht man nichts außer Erde, Bagger und Baugruben – und eine 20-köpfige Gruppe von Mädchen im Alter zwischen neun und 17 Jahren. Sie tragen Schutzhelme und -westen. Es ist der 25. Wiener Töchtertag, bei dem alle Töchter, Schülerinnen, Nichten etc. aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland dazu eingeladen sind, bei einem der über 300 teilnehmenden Unternehmen Arbeitsluft zu schnuppern. In unserem Fall bedeutet das – "Baustellenluft atmen", inklusive Bagger fahren und Holzhaus bauen. Gemeinsam mit Strabag, unserem Generalunternehmer vor Ort, und dem Holzbauunternehmen Weissenseer erhalten 22 Töchter Einblicke in Berufe, die sie im und rund um Bauwesen und Immobiliengenossenschaft ergreifen können. Natürlich nicht im Detail. Vielmehr erzählen erfolgreiche Frauen aus der Bau- und Immobilienbranche über ihren Werdegang und ihre jetzige Position; unter anderem die BWSG-Vorständin Arch. DI Kerstin Robausch-Löffelmann und die kaufmännische Direktorin der Strabag, Yvonne Otrob, MA. Die vielleicht wichtigste Botschaft der Top-Managerinnen an die heranwachsenden Frauen: "Glaubt nie, ...

Zwei Projekte, ein Ziel: Leistbares Wohnen mit Mehrwert

Der Frühling 2026 brachte nicht nur neues Leben in die Natur, sondern auch in zwei große Wohnprojekte der BWS-Gruppe: Mit der "Roten Emma" in Wien-Donaustadt und "Bella Vista" im Stadtquartier Village im Dritten wurden über 460 leistbare Wohnungen fertiggestellt und an ihre neuen Bewohner:innen übergeben. Zwei Projekte, die eindrucksvoll verdeutlichen, wie vielfältig, nachhaltig und gemeinschaftsorientiert moderner Wohnbau heute gedacht wird. Der Bedarf an leistbarem Wohnraum ist in einer wachsenden Metropole wie Wien sehr groß: Im geförderten Mietsegment entstehen jährlich 6.000 bis 7.000 neue Wohnungen. Die Stadt unterstützt den sozialen Wohnbau über das Wiener Wohnbaumodell u. a. mit Bauträgerwettbewerben und dem Bau von Gemeindewohnungen. Ein neues Stück Stadt in Kagran: die "Rote Emma" Im Herzen von Kagran ist mit dem Wohnprojekt "Rote Emma" ein lebendiges Quartier entstanden, das weit über reinen Wohnbau hinausgeht. Gemeinsam mit dem Projektpartner migra hat die gemeinnützige Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft BWS hier 360 geförderte Mietwohnungen realisiert – ergänzt durch ein breites Angebot an sozialen, kulturellen und nachbarschaftlichen Einrichtungen. 191 Wohnungen entfallen auf die BWS. "Das Wiener Modell des geförderten Wohnbaus und der damit verbundenen leistbaren Mieten dient europaweit als Vorbild. Projekte wie die Rote Emma schaffen leistbaren Wohnraum und stärken gleichzeitig das soziale Miteinander im Grätzl", ...

Strom mit Familienanschluss

Es klingt zunächst wie eine dieser Ideen, die irgendwo zwischen Nachbarschaftshilfe und Zukunftslabor angesiedelt sind: Wer Strom übrig hat, gibt ihn weiter. Wer keinen eigenen produziert, profitiert trotzdem. Und plötzlich wird aus der Photovoltaikanlage am Hausdach mehr als nur ein Werkzeug zur Eigenversorgung – sie wird Teil eines größeren Ganzen. Willkommen in der Welt der Energiegemeinschaften. Noch vor wenigen Jahren verlief die Sache denkbar simpel: Auf dem Dach produziert die Photovoltaikanlage Strom, der im Haus verbraucht (und/oder im Idealfall in einer Batterie gespeichert) wird. Der Überschuss wanderte ins Netz – vor wenigen Jahren zu Preisen, die Besitzer von PV-Anlagen oft zum Jubeln brachten. Heute gibt’s diese hohen Einspeisetarife nicht mehr, dafür aber eine gute Alternative: Warum den Strom billig abgeben (oder gar dafür zahlen), wenn ihn Nachbar:innen, Freund:innen oder sogar die eigene Familie brauchen könnten? Genau hier kommen jetzt die sogenannten Energiegemeinschaften ins Spiel. Was technisch klingt, ist im Kern eine ziemlich soziale Idee. Menschen schließen sich zusammen und nutzen gemeinsam regional erzeugten Strom. Wer produziert, stellt Energie bereit. Wer konsumiert, bezieht sie – im Regelfall günstiger als beim klassischen Stromanbieter. Möglich wurde das durch gesetzliche Rahmenbedingungen, die den gemeinschaftlichen Handel mit erneuerbarer Energie in Österreich erlauben. Nicht nur etwas ...